Es geht also wieder los. Neuseeland ist das Ziel des 2. Teils der Solo-Tour 2015/2016.
Manchmal kann so eine Reise aber zu Ende sein, bevor sie richtig begonnen hat. In München ist mein Flug nach Dubai schon längst aufgerufen, die Leute steigen ein. Da es aber ja so seine Zeit dauert, bis so ein A 380 gefüllt ist, bestelle ich mir lieber noch ein Bierchen. Ohne mich werden die schon nicht losfliegen. Überrachend schnell, das Bierglas ist noch halb voll, respektive erst halb leer, je nach Betrachtung, werde ich aufgerufen, doch zum Schalter zu kommen. Naja, da steht noch eine lange Schlange an und so will ich erst einmal mein Bierchen aufschlürfen. Man muss schließlich Prioritäten setzen. Das Glas immer noch nicht leer, werde ich zum zweiten Mal aufgerufen. Was für ein Stress am frühen Abend, denke ich mir, stiefele aber los zum Schalter. Dort erklärt man mir entgegen meinen Erwartungen nicht etwa, dass ich mich doch jetzt endlich an Bord begeben solle, sondern dass man nicht gewillt sei, mich überhaupt mitzunehmen, da ich -wie üblich auf so langen Trips- kein Rückflugticket habe. Und in 10 Minuten würde der Schalter schließen und bis dahin sei auch kein Ticket mehr zu bekommen. Ende der Fahnenstange!
Auf meinen erbitterten Protest hin wurde der Supervisor telefonisch eingeschaltet, der es dann innerhalb von nur 5 Minuten schaffte, mir ein Flex-Ticket Auckland/Brisbane zu besorgen. Geht doch, aber was soll das????
Als allerletzte Seele begab ich mich an Bord und erntete die Blicke, die man halt bekommt, wenn man weit nach allen anderen noch angeschlurt kommt.
Die erste Aufgabe in Auckland bestand darin, mir ein Motorrad für die Tour käuflich zu erwerben. Das ging auf Grund guter Kontakte zur Berliner Niederlassung (Danke, Sebastian) bei BMW sehr zügig und war bereits am Folgetag neu bereift mein Eigentum.
Ich hatte zwar auf eine F 650 GS gehofft, aber es gab nur eine F 650 CS im Angebot; Enduro vs. Straßenmaschine. Damit war dann auch klar, dass ich keine Off-Road Pisten werde fahren können. Aber um ehrlich zu sein, davon hatte ich in Australien leidlich genug.
Auf der ersten Runde zurück zur Unterkunft habe ich noch schnell beim von U2 besungenen One Tree Hill vorbeigeschaut, so viel Kultur muss sein, und dann den Abend bei einem Fläschchen Wein auf der Hoteltreppe, meine neue Errungenschaft bestaunend, verbracht. Der Tourauftakt kann kommen.
Die erste Tour führt mich immer an der Pazifik-Küste entlang. Wunderschön geht es bergauf und -ab. Links das türkisblaue Meer, rechts Farnenwälder. Und Kurven, Kurven, Kurven… Motorradfahren ist hier das reinste Vergnügen und man muss regelmäßig anhalten, will man nicht an den Schönheiten der Natur vorbeirauschen. Station wird in Whenuakite nahe der sagenhaft schönen Cathedral Cove gemacht. Dort gibt es eine kleine Brauerei und lecker Fish & Chips. Life’s Good!
Auch auf der nächsten Etappe nach Opotiki reiht sich Kurve an Kurve. Das ist der reinste Motorrad-Spielplatz hier!!! Ich halte immer mal wieder an um die Aussicht zu genießen oder um einen Kaffee zu trinken. So etwas ist für alle anderen wohl selbstverständlich, ich muss das aber noch lernen, fahre ich doch schließlich ohne mein Regulativ. Selbige hätte hier ihre wahre Freude und sich wahrscheinlich schon beidseitig die Fussrasten abgeschubbert. Und auch ich komme in kaum geahnte Schräglagen. 😉
Opotiki ist ein ganz passabler Ort zum Verweilen, da man von hier aus einige Tagestouren fahren kann: Nach Rotorua zum Beispiel, wo es etliche Thermalfelder zu bestaunen gibt. Zum Glück müffeln die nicht ganz so doll wie ihre Verwandtschaft auf Island. Für den Besuch des örtlichen Geysirs will man allerdings 51$ Eintritt haben. Halsabschneider! Wegelagerer! Da rolle ich doch lieber weiter.
Der zweite Ausflug führt zu den Muto Falls. Grandios geht es durch die Berge. Wie durch einen Dschungel fährt man hier mit schönen Ausblicken auf die umliegenden Vulkanhügel. Hier merkt man dann deutlich den Unterschied zwischen einer GS und einer CS: 53km Schotterpiste können mit einer Strassenmaschine ganz schön lang werden, wenn man nur so langsam vorankommt. Verstehe jetzt auch, warum ich meinen Kumpel Jürgen auf solchen Strecken immer gnadenlos abhänge… Sorry, mate.
An den Falls sollen noch Kiwis leben. Da diese possierlichen Vögelchen aber nachtaktiv sind, wird es heute mit einer Sichtung wohl nichts.
Ich folge weiter dem Pacific Highway bis Gisborne. Unterwegs habe ich eine ungetrübte Sicht auf White Island, Neuseelands aktivsten Vulkan, der freundlich weißen Wasserdampf als Gruß an die Reisenden in den sonst wolkenlosen Himmel schickt.
















Hallo Thomas am Ende der Welt!
Wie schön wieder an Deiner Reise Teil haben zu können, ich wünsche Dir viele schöne und gute Eindrücke von Neuseeland und freue mich auf viele schöne Bilder mit Umschreibung von dort. Es grüßt Dich, für Dich vom anderen Ende der Welt, Marianne, aus Schortens.
Hi Thomas,
schön das Du wieder auf Tour bist, wir freuen uns über die Bilder von Neuseeland … LG
Alexander
Moin mein Lieber,
das sieht doch alles sehr ordentlich aus. So wie es sein sollte! Viel Vergnügen und immer ne Handbreit Wasser unterm Reifen! Und grüß Wynton Rufer. Wir machen auch mal was Abenteuerliches und fliegen morgen nach Beirut.
Schöne Grüße ans andere Ende der Welt,
Patrick + Inga
Moin Thomas, alter Hobbit,
schön, dass es weiter geht!
Ich werde wieder dran bleiben und freue mich auch schon auf neue Eindrücke!
Hallo Thomas, ganz liebe Ostergrüsse machen sich auf den Weg zu Dir auf die andere Seite der Erdkugel. Danke für die schönen Bilder mit den Texten.
Mein lieber Patrick, wenn du mir nochmals Aquaplaning an den Hals wünscht, kündige ich dir fristlos die Freundschaft!
;-);-);-);-)